Kaum eine Frage wird in Schulausschüssen so oft diskutiert: Investieren wir in einen festen Computerraum oder in Tablet-Klassensätze? Ein Computerraum ist ein eigener Raum mit typischerweise 15 bis 30 festen Arbeitsplätzen, ein Tablet-Klassensatz sind meist 16 bis 25 mobile Geräte im Ladewagen, die von Raum zu Raum wandern. Beide Modelle haben ihre Berechtigung, beide haben versteckte Kosten, und die ehrliche Antwort lautet in vielen Schulen: eine Mischung aus beidem. Computerraum oder Tablets: Hier der Vergleich ohne Verkaufsbrille.
> Die häufigste Fehlplanung: Tablets bestellt, aber weder Ladewagen noch Geräteverwaltung eingeplant. Dann liegen 25 Geräte leer im Schrank.
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Was für den Computerraum spricht
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Totgesagt, aber quicklebendig: Der Computerraum bleibt für bestimmte Aufgaben die bessere Wahl.
- Echte Tastatur, großer Bildschirm: Zehnfingerschreiben, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Programmieren lernt sich an einem richtigen Arbeitsplatz deutlich besser als auf kleinen Tablets.
- Prüfungssituationen: Feste, identisch eingerichtete Plätze mit kontrollierter Umgebung sind für Leistungsnachweise Gold wert.
- Lange Nutzungsdauer: Solide Desktop-Rechner halten sechs bis acht Jahre durch, deutlich länger als intensiv genutzte Tablets, die nach vier bis fünf Jahren an ihre Grenzen kommen (Akku, Updates).
- Wartungsfreundlich: Alle Geräte an einem Ort, am Kabel, immer geladen, zentral betankt.
Die Kehrseite: Der Raum ist ein Engpass. Er muss gebucht werden, der Unterricht muss dorthin wandern und außerhalb der gebuchten Stunden steht teure Technik ungenutzt herum.
Was für Tablet-Klassen spricht
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Tablets drehen die Logik um: Die Technik kommt zum Unterricht, nicht der Unterricht zur Technik.
- Im Fachunterricht zu Hause: Recherche in Erdkunde, Videoanalyse in Sport, Erklärvideos in Mathe, direkt im Klassenzimmer, ohne Raumwechsel.
- Kreativformate: Kamera, Mikrofon und Stift machen Formate möglich, die am Desktop nicht funktionieren.
- Flexibel skalierbar: Ein zweiter Klassensatz ist schneller beschafft als ein zweiter Raum gebaut.
Die Kehrseite ist das Drumherum, das in keiner Gerätebroschüre steht: Ladewagen, WLAN, das die gleichzeitige Last von 25 Geräten pro Raum verkraftet, und vor allem eine Geräteverwaltung (MDM), die Apps, Updates und Einschränkungen zentral steuert. Ohne MDM wird jeder Klassensatz zur Handarbeit, mit 25-facher Wiederholung.
Die Gerätefrage ist in Wahrheit eine Infrastrukturfrage. Wer zuerst Geräte kauft und dann übers Netz nachdenkt, kauft zweimal.
Die Kostenwahrheit über die Laufzeit
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Auf den Anschaffungspreis gerechnet wirken Tablets günstiger. Über die Laufzeit relativiert sich das: Der PC im Computerraum hält länger, das Tablet braucht eine MDM-Lizenz, Hülle und einen Stift. Als Faustregel aus unseren Projekten: Über sechs Jahre gerechnet liegen beide Modelle pro Nutzerstunde näher beieinander, als die Preisschilder vermuten lassen. Entscheidend ist deshalb nicht “was ist billiger”, sondern “was wird bei uns tatsächlich genutzt”. Förderprogramme wie der DigitalPakt 2.0 verändern die Rechnung zusätzlich, gefördert wird aber nur, was in ein schlüssiges Konzept eingebettet ist.
Auch den Lebenszyklus der Geräte sollte man nicht außer Acht lassen: Tablets mit müden Akkus und ausgelaufenen Updates müssen datenschutzkonform gelöscht und fachgerecht entsorgt oder verwertet werden. Auch das muss man von Anfang an einplanen, damit es nach fünf Jahren kein böses Erwachen gibt.
Was wir in den Schulen der Region sehen
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Ein Blick in die Praxis zwischen Ingolstadt, Pfaffenhofen, Kelheim und Eichstätt zeigt: Die Frage Computerraum oder Tablets entscheidet sich vor allem an der Schulart. In der Grundschule dominiert das Tablet: kurze Einsätze im Klassenverband, Lern-Apps, Foto- und Audioprojekte, dafür braucht niemand einen Computerraum. In der Mittel- und Realschule dreht sich das Bild: Ab der fünften Klasse stehen Tastaturschreiben, Textverarbeitung und erste Programmiererfahrung im Lehrplan und spätestens bei Projektarbeiten und Prüfungen zeigt der feste Raum seine Stärken. Berufliche Schulen fahren fast immer zweigleisig, mit Fachräumen für CAD oder Warenwirtschaft und mobilen Geräten für alles andere.
Auch die Auslastung lohnt einen ehrlichen Blick: Ein Computerraum mit 30 Plätzen, der real zwölf Stunden pro Woche gebucht ist, kostet pro tatsächlicher Nutzerstunde mehr als zwei gut ausgelastete Tablet-Koffer. Umgekehrt ist ein Tablet-Satz, der mangels WLAN oder Verwaltung im Schrank liegt, die teuerste Lösung von allen. Deshalb gehört vor jede Beschaffung eine simple Rechnung: geplante Einsatzstunden pro Woche, geteilt durch Kosten über die Laufzeit. Die Zahl beendet viele Grundsatzdiskussionen schneller als jede Broschüre.
Computerraum oder Tablets? Fünf Fragen für den Schulausschuss
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Bevor über Geräte abgestimmt wird, sollten fünf Fragen beantwortet auf dem Tisch liegen:
- Was soll gelernt werden? Grundfertigkeiten wie Tastaturschreiben und Office sprechen für den Raum, projektorientierter Fachunterricht für Tablets.
- Trägt das Netz die Last? 25 Tablets in einem Raum sind für ein Heim-WLAN zu viel. Ohne professionelle Ausleuchtung wird jede Tablet-Stunde zum Glücksspiel.
- Wer verwaltet die Geräte? Ohne zentrale Geräteverwaltung (MDM) frisst jeder Klassensatz Lehrerarbeitszeit, die niemand hat.
- Was passiert bei Defekten? Reservegeräte, Reparaturweg, Reaktionszeiten: vor der Beschaffung klären, nicht beim ersten Schaden.
- Ist die Förderung eingeplant? Der DigitalPakt 2.0 stellt bis 2030 bundesweit fünf Milliarden Euro bereit, hälftig von Bund und Ländern. Wer Konzept und Antrag sauber aufsetzt, holt sich einen erheblichen Teil der Investition zurück.
Wer diese fünf Fragen beantworten kann, hat die Geräteentscheidung fast schon getroffen, und zwar begründet statt nach Bauchgefühl oder Katalogoptik.
Unsere Empfehlung: erst Konzept, dann Geräte
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Für die meisten Grund- und Mittelschulen der Region hat sich bewährt: ein solider Computerraum für die Grundfertigkeiten plus ein bis zwei Tablet-Klassensätze für den Fachunterricht, beides eingebunden in sauber getrennte Schulnetze und zentral verwaltet. Über unsere Hardware-Beschaffung kommen die Geräte fertig eingerichtet und mit MDM-Anbindung an die Schule, nicht als Kartonstapel ins Sekretariat.
Wenn Ihr Schulausschuss gerade diese Diskussion führt: Wir rechnen Ihnen beide Varianten für Ihre konkrete Schule durch, mit allen Nebenkosten. Erstgespräch anfragen.




