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PraxisberichtNetzwerk & WLANSchule & Kita

Schul-WLAN für 600 Schüler: flächendeckend, filterbar, förderfähig.

Martin

Netzwerk & Infrastruktur

5 Min. Lesezeit

WLAN-Access-Point an einer hellen Raumdecke.

Digitale Klassenzimmer stehen im Medienkonzept, die Fördermittel sind bewilligt, die ersten Tablet-Koffer sind bestellt. Und das alles hängt an einem einzigen Router, der vor Jahren für das Sekretariat angeschafft wurde. So sah die Ausgangslage an einer Grund- und Mittelschule in der Region aus: rund 600 Schüler, zwei Gebäude, massive Wände und ein WLAN, das zwei Räume hinter dem Sekretariat endete. Dieser Praxisbericht erzählt, wie aus dem Nadelöhr ein Schulnetz wurde, das jeden Unterrichtsraum erreicht, mit getrennten Netzbereichen für Verwaltung, Lehrkräfte, Schüler und Infrastruktur. Mit einer Messung vor der Montage, einem sauberen Zonenplan und einem Zeitplan, der sich an den Sommerferien orientiert statt an Lieferzeiten.

Aus der Praxis

> Der erste Schultag nach den Ferien ist der härteste Lasttest: Hunderte Geräte melden sich fast gleichzeitig an.

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Ausgangslage: ein Router für 600 Schüler

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Der Router im Sekretariat war nie für Unterricht gedacht. Er sollte den Verwaltungsrechnern den Weg ins Internet öffnen, mehr nicht. Dann kamen Notebookwagen, digitale Tafeln und die Aussicht auf Tablet-Klassen, und plötzlich sollte ein einzelnes Gerät zwei Gebäude mit massiven Wänden versorgen. Das Ergebnis kannte im Kollegium jeder: Unterricht, der auf WLAN wartet. Videos, die in der entscheidenden Minute stehen bleiben. Lehrkräfte, die Arbeitsblätter sicherheitshalber doch wieder kopieren.

Dazu kamen die Auflagen aus dem Förderprogramm. Wer Mittel für die Schuldigitalisierung abruft, muss mehr vorweisen als Funkabdeckung:

  • Stabiles WLAN in jedem Unterrichtsraum, in den Fachräumen und in der Aula
  • Mindestens drei logisch getrennte Netzbereiche für Verwaltung, Lehrkräfte und Schüler
  • Ein zentral gepflegter Jugendschutzfilter statt Einzellösungen pro Gerät
  • Eine Dokumentation, die direkt in den Fördernachweis übernommen werden kann

Das Medienkonzept war fertig. Dieses Netz war es nicht.

Schul-WLAN planen: erst messen, dann montieren

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Am Anfang stand keine Bestellung, sondern erst eine Messung. Eine WLAN-Ausleuchtung ist genau das: eine Messung vor der Montage, die Raum für Raum zeigt, wie weit das Funksignal trägt, wo es abreißt und wo Zugriffspunkte wirklich wirken. Ohne diese Messung wird WLAN-Planung zum Raten. Und geraten wurde an dieser Schule lange genug.

Die Ausleuchtung beider Gebäude brachte Klarheit. Die massiven Wände schlucken WLAN-Signale, ein Access Point pro Flur reicht hier nicht. Treppenhäuser und die Aula brauchen eigene Zugriffspunkte, und zwischen den beiden Gebäuden verlässt sich das Netz nicht auf Funk, sondern auf Kabel. Am Ende stand ein Plan mit 28 Access Points für rund 20 Klassenzimmer, die Fachräume, die Aula und die Verwaltung.

Dazu kamen die Kabelwege für die strukturierte Verkabelung: geplant von uns, gezogen vom Elektriker, abgestimmt bis zur letzten Dose.

Dicke Wände diskutieren nicht. Entweder man misst sie vorher ein, oder man montiert und installiert zweimal.

Diese Reihenfolge, erst messen, dann montieren, ist bei uns Standard für jedes Projekt rund um Netzwerk und Firewall. Sie kostet am Anfang wenige Tage und spart hinterher Wochen.

Vier Netze, sauber getrennt

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Flächendeckung war die halbe Aufgabe. Die andere Hälfte: Ordnung. Ein Schulnetz ist eigentlich mindestens drei Netze, das Verwaltungsnetz mit Noten und Schülerakten, das pädagogische Netz der Lehrkräfte und das Schülernetz mit Tablets und Computerraum. Warum diese Trennung keine Kür ist, sondern Pflicht, erklärt unser Beitrag über die drei Netz-Ebenen der Schul-IT ausführlich. An dieser Schule kam eine vierte Zone für die Infrastruktur dazu: Switches, Access Points und Haustechnik laufen in einem eigenen Netz, das nur für die Wartung erreichbar ist.

Technisch lief die Trennung über virtuelle Netze auf derselben Verkabelung. Jede Netzwerkdose und jedes WLAN bekam seinen Bereich, und an den Übergängen wacht seither eine zentrale Sophos-Firewall mit klarem Regelwerk: so wenige Verbindungen zwischen den Welten wie möglich. Das Schüler-WLAN erhielt zusätzlich einen zentral gepflegten Jugendschutzfilter, der ungeeignete Inhalte blockt, ohne dass jemand hunderte Geräte einzeln anfassen muss.

Die Schulserver-Lösung logoDIDACT verwaltet darüber Klassen, Benutzer und Geräte. Neues Schuljahr, neue Klasse, neue Lehrkraft: alles zentral gepflegt statt von Hand an jedem Gerät. Für das Kollegium und das Sekretariat änderte sich am Arbeitsplatz nichts. Was sich änderte, bleibt unsichtbar: Ein neugieriges Schülergerät bleibt in seiner Zone, und die Zensurdaten bleiben dort, wo sie hingehören.

Umbau in sechs Ferienwochen

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Für den Umbau gab es nur ein realistisches Zeitfenster: die sechs Wochen der Sommerferien. Kein anderes Fenster im Schuljahr erlaubt es, ein Netz komplett umzubauen, ohne dass eine einzige Unterrichtsstunde ausfällt.

Der Ablauf folgte einem einfachen Plan. In den ersten Wochen verlegte der Elektriker die Verkabelung nach unserer Planung, parallel bereiteten wir Firewall, Switches und logoDIDACT vor. Danach kamen Montage und Konfiguration: Access Points setzen, Netzbereiche einrichten, Filter scharf schalten, jeden Raum einmal durchtesten. Die letzte Ferienwoche blieb bewusst als Puffer frei, für Lieferverzug, Überraschungen und den Probelauf.

Dieser Probelauf fand vor dem ersten Schultag statt, mit so vielen Geräten gleichzeitig wie möglich. Denn der ehrlichste Lasttest kommt ohnehin: Wenn sich nach den Ferien hunderte Geräte fast zeitgleich anmelden, zeigt sich, ob das Netz trägt oder nur der Prospekt. Zum Schulstart bekam das Kollegium eine kurze Einweisung: neue Netznamen, neue Anmeldung, fertig.

Was der Unterricht davon hat

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Seit dem ersten Schultag läuft das Schul-WLAN in jedem Klassenzimmer, in den Fachräumen und in der Aula. Lehrkräfte melden sich an und starten ihren Unterricht, statt einen Ersatzplan für den Technikausfall bereitzuhalten. Der Notebookwagen wird gebucht, weil er funktioniert. Die Verwaltung arbeitet in ihrem eigenen Bereich, unerreichbar für Schülergeräte, und der Jugendschutzfilter läuft zentral, ohne dass ihn im Alltag jemand bemerkt.

Auch der Papierteil ging auf: Die Dokumentation, aus Ausleuchtung, Zonenplan und Regelwerk, wurde vollständig in den Fördernachweis übernommen. Kein Nachfordern, kein Nachmessen, kein Suchen in alten E-Mails.

Und die Geschichte ging weiter. Als später ein acht Jahre alter Schulserver ausfiel, hielt binnen eines Tages ein Austauschserver den Unterricht am Laufen. Genau dafür gibt es die laufende Betreuung: Ein Schulnetz ist kein Projekt mit Enddatum, sondern ein Betrieb mit Wartungsfenstern in den Ferien und schneller Hilfe im Schuljahr.

Das Nadelöhr im Sekretariat ist Geschichte. Geblieben ist ein Netz, an das im Unterricht niemand mehr denkt. Genau so soll es sein.

Reden wir über Netzwerk & WLAN.

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