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Sechs Wochen leere Klassenzimmer: Wartungszeit für die Schul-IT.

Manuela

Systeme & Beschaffung

4 Min. Lesezeit

Hände prüfen die Komponenten in einem geöffneten PC.

Sechs Wochen Sommerferien sind für die Schul-IT kein Stillstand, sondern das wichtigste Zeitfenster des Jahres: die einzige Phase, in der Server neu gestartet, Netze umgebaut, Tafeln gewartet und ganze Räume umgezogen werden können, ohne dass eine einzige Unterrichtsstunde ausfällt. Ein Wartungsfenster ist genau das: ein geplanter Zeitraum, in dem Systeme absichtlich gestört werden dürfen, damit sie danach wieder monatelang ungestört laufen. Wer die Schul-IT in den Sommerferien auf Stand bringt, startet im September mit frischer, durchgetesteter Technik ins Schuljahr. Wer sie verschläft, verteilt dieselbe Arbeit auf zwölf Monate voller Kompromisse.

Aus der Praxis

> Unsere Regel für Schulprojekte: Alles, was einen Neustart, einen Umbau oder Mut braucht, kommt in die Ferien. Ins Schuljahr kommt nur, was leise geht.

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Was in die Ferien gehört und was nicht

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Die Faustregel ist einfach: Alles Große in die Ferien, alles Kleine in den Betrieb.

In die Ferien gehören:

  • Große Server- und Firmwareupdates mit Neustarts, inklusive der Updates, die man sich im Schuljahr zeitlich nicht traut.
  • Netzwerk-Umbauten: neue Switches, geänderte Netztrennung, zusätzliche Dosen und Access Points.
  • Geräte-Inventur: Welche Tablets sind defekt, welche Akkus müde, was fehlt im Ladewagen? Ersatz bestellen, solange Zeit ist.
  • Tafel-Pflege: Firmware der digitalen Tafeln, Stifte, Halterungen, Testlauf in jedem Raum.
  • Der Testtag am Ende: Jede Komponente einmal so benutzen, wie es eine Lehrkraft am ersten Schultag tut.

In den laufenden Betrieb gehören dagegen die leisen Arbeiten: monatliche Sicherheitsupdates (CUs), Monitoring, Fernwartung bei Störungen, kleine Reparaturen am Nachmittag. Dafür braucht es keine Ferien, sondern feste Ansprechpartner und einen Support, der die Schule kennt.

Der erste Schultag verzeiht nichts. Wenn um acht Uhr 25 Kinder vor der Tafel sitzen, muss sie angehen. Updates spielen wir in den Ferien ein, nicht am ersten Schultag.

So sieht ein Ferienplan konkret aus

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Bewährt hat sich eine einfache Dreiteilung der sechs Wochen:

  1. Wochen 1 und 2, aufräumen: Inventur, Rückläufer einsammeln, defekte Geräte aussortieren, Bestellungen auslösen. Vieles davon erledigen wir per Fernwartung oder mit einer Begehung.
  2. Wochen 3 und 4, umbauen: Die eigentlichen Projekte: Updates mit Neustarts, Netzwerk-Änderungen, neue Hardware einrichten. Jetzt darf auch mal einen Tag etwas nicht funktionieren.
  3. Wochen 5 und 6, testen und dokumentieren: Alles durchspielen, Restarbeiten schließen, Doku aktualisieren. Die letzte Woche bleibt bewusst als Puffer frei, für Lieferverzug und Überraschungen.

Der Plan für die Schul-IT in den Sommerferien entsteht schon im Juni, gemeinsam mit Schulleitung und IT-Beauftragtem: Was hat sich im Schuljahr angesammelt, was steht im nächsten an, was wird gefördert? So wird aus der Sammelliste kleiner Ärgernisse ein abgearbeiteter Katalog.

Zum guten Schluss gehört auch der Blick auf die Menschen: Neue Lehrkräfte starten im September mit fertigen Konten und einer kurzen Einweisung, das Sekretariat bekommt die Änderungen des Sommers in fünf Minuten erklärt, und die Schulleitung erhält eine kurze Liste, was erledigt wurde und was auf die Herbstferien wandert. Wartung, von der niemand weiß, ist nur halbe Wartung.

Die Checkliste für die Schul-IT in den Sommerferien

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Damit aus dem guten Vorsatz ein Plan wird, hier die Liste, mit der wir in Schulprojekte gehen. Sie passt auf eine Seite und hat sich über viele Sommer bewährt:

  1. Server und zentrale Dienste aktualisieren, neu starten, Protokolle prüfen
  2. Switches, Firewall und Access Points auf aktuelle Firmware bringen
  3. Backup komplett durchtesten: eine echte Wiederherstellung, nicht nur ein grünes Häkchen im Protokoll
  4. Alle Tablets und Notebooks einsammeln, laden, aktualisieren
  5. Digitale Tafeln raumweise testen: Bild, Ton, Stift, Zuspielung
  6. Benutzerkonten pflegen: Abgänger deaktivieren, im Active Directory neue Klassengruppen anlegen, Passwörter für Erstklässler und neue Lehrkräfte vorbereiten
  7. Defekte Geräte reparieren oder aussondern, Ersatz bestellen
  8. Verkabelung und Netzwerkschrank sichten: lose Kabel, tote Ports, fehlende Beschriftung
  9. Dokumentation aktualisieren: Was wurde geändert, wo liegt was?
  10. Generalprobe in der letzten Ferienwoche: ein kompletter Testtag aus Sicht einer Lehrkraft

Wer macht was? Bewährt hat sich eine klare Dreiteilung: Die Schule sammelt übers Jahr die Mängelliste und benennt Prioritäten, der Träger entscheidet Budget und Beschaffung, der IT-Dienstleister plant und setzt um. Wenn diese drei Rollen sauber besetzt sind, reicht für eine mittlere Schule oft eine Projektwoche im August, plus der Testtag am Ende. Ohne die Klärung von Rollen wird aus derselben Arbeit ein zäher Sommer voller Rückfragen.

Warum Aufschieben täglich teurer wird

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Dass Updates keine Kür sind, zeigt ein Blick in den aktuellen BSI-Lagebericht: Im Schnitt werden pro Tag 119 neue Sicherheitslücken in Software bekannt, rund ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum, und etwa 280.000 neue Schadprogramm-Varianten kommen täglich hinzu. Bildungseinrichtungen stehen dabei ausdrücklich mit im Fokus der Angreifer, weil dort viele Geräte, wenig Personal und sensible Daten zusammenkommen.

Ein Schulnetz, dessen Server und Geräte ein ganzes Schuljahr ohne Pflegefenster durchlaufen würden, sammelt diese Lücken ein wie ein Pullover Kletten. Genau deshalb gehören die großen Update-Runden fest in alle Ferien: Sie sind der Moment, in dem sich der Rückstand eines Jahres kontrolliert aufholen lässt, mit Neustarts, Tests und ohne Zeitdruck durch den Stundenplan. Und die getrennten Netzebenen sorgen dafür, dass eine versehentliche Lücke im Schülernetz nicht gleich die Daten der Verwaltung kostet.

Warum sich das für den Träger rechnet

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Für den Schulaufwandsträger ist das Ferienfenster auch wirtschaftlich die beste Zeit: Arbeiten lassen sich bündeln (eine Anfahrt, viele Aufgaben), Umbauten brauchen keine Ausweichräume, und es entfallen die teuren Ad-hoc-Einsätze im Schuljahr, die entstehen, wenn neue und aufgeschobene Probleme mitten im Unterricht eskalieren. In unseren Schul- Wartungsverträgen ist das Ferienfenster deshalb fest eingeplant, mit Checkliste, Terminplan und Testtag vor Schuljahresbeginn.

Wenn Ihre Schule den Sommer bisher ungenutzt verstreichen lässt: Der Juni ist der richtige Moment, das zu ändern. Ferienplan anfragen.

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