Ein Hypervisor ist eine Software, auf der mehrere virtuelle Server sauber getrennt auf einer physischen Maschine laufen. Jahrelang war die Antwort auf die Frage nach dem richtigen Hypervisor für viele Betriebe schlicht VMware. Seit Broadcom Ende 2023 VMware übernommen hat, ist diese Selbstverständlichkeit vorbei: Die Lizenzkosten sind für kleine und mittlere Umgebungen teils unbezahlbar geworden, und plötzlich lohnt sich der Blick auf die Alternativen. Dieser Beitrag ordnet ein, wann sich Proxmox statt VMware rechnet, wann Hyper-V genügt und wann VMware trotzdem bleiben sollte.
> Unsere Faustregel bei anstehender VMware-Verlängerung: erst den Preis für drei Jahre einholen, dann Proxmox gegenrechnen. Bei kleinen Umgebungen kippt die Rechnung fast immer Richtung Wechsel.
Passende LeistungHardware, Software & Lizenzen →Was Broadcom an VMware geändert hat
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Die Übernahme im November 2023 hat das Lizenzmodell auf den Kopf gestellt. Drei Punkte treffen kleine Umgebungen besonders hart:
- Kein Kauf mehr, nur noch Abo. Die früher üblichen Dauerlizenzen gibt es nicht mehr, es zählt nur noch das laufende Abonnement. Wer aufhört zu zahlen, verliert das Nutzungsrecht.
- Mindestabnahme statt Bedarf. Schon seit der Abo-Umstellung gilt ein Minimum von 16 Kernen pro CPU, seit dem 10. April 2025 muss zudem jede Bestellung mindestens 72 Kerne umfassen. Ein kleiner Betrieb mit zwei Hosts zu je 8 oder 16 Kernen zahlt also für Kerne, die er gar nicht hat.
- Einstiegspakete gestrichen. Das beliebte Bundle für Umgebungen mit drei bis sechs Servern wurde ersatzlos eingestellt. Genau die Größe, in der die meisten Rathäuser und Mittelständler unterwegs sind.
Unterm Strich berichten Marktbeobachter je nach Konfiguration von Preissprüngen zwischen 150 Prozent und weit über 1.000 Prozent, dazu ein Aufschlag von rund 20 Prozent, wenn man den Verlängerungstermin verpasst. Kein Wunder, dass laut Branchenumfragen inzwischen weit über 70 Prozent der IT-Verantwortlichen aktiv nach Alternativen suchen. Wer die Zahlen im größeren Zusammenhang sehen will: Auch bei der Hardware treibt gerade der KI-Boom die Preise hoch, die Kostenseite der IT ist insgesamt stark in Bewegung.
Für einen typischen Betrieb mit zwei, drei Servern ist die neue VMware-Rechnung oft teurer als die Hardware, auf der sie läuft.
Proxmox statt VMware: die oft lizenzkostenfreie Alternative
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Proxmox VE ist eine quelloffene Virtualisierungslösung aus Österreich. Der entscheidende Unterschied: Die Software selbst kostet keine Lizenzgebühr. Man darf sie ohne Kaufvertrag herunterladen und produktiv betreiben. Optional gibt es ein bezahlbares Support-Abo pro Prozessor, das Zugriff auf die besonders stabilen Update-Quellen und den Hersteller-Support bringt. Für einen kleinen Betrieb liegt das in einer Größenordnung, die eher an einen Wartungsvertrag als an eine VMware-Rechnung erinnert.
Technisch ist Proxmox erwachsen geworden. Es beherrscht das, worauf es im Alltag ankommt: Cluster aus mehreren Hosts, Hochverfügbarkeit, Snapshots, Backups und eine aufgeräumte Weboberfläche. In den meisten Umgebungen zwischen Eichstätt, Ingolstadt und Kelheim, die wir betreuen, deckt es den Bedarf vollständig ab. Nicht ohne Grund verzeichnen die Anbieter seit der Broadcom-Übernahme einen deutlichen Zuwachs an neuen Proxmox-Installationen.
Der ehrliche Haken: Proxmox verwaltet sich anders als VMware, und das riesige Ökosystem an Zusatzwerkzeugen und zertifizierten Speziallösungen rund um VMware gibt es hier nicht in gleicher Breite. Für den laufenden Betrieb ist das selten ein Problem, wichtig ist ein Partner, der die Umgebung sauber aufsetzt und dokumentiert.
Wichtiges Detail: Außer der eingebauten Backup-Funktion und dem hauseigenen Proxmox Backup Server (PBS) kann Veeam ab Version 12.2 ebenfalls Proxmox sichern.
Hyper-V: schon im Windows Server enthalten
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Die dritte Option kommt von Microsoft. Wer ohnehin Windows Server einsetzt, hat mit Hyper-V bereits einen vollwertigen Hypervisor an Bord, ohne zusätzliche Virtualisierungslizenz. Das klingt nach der günstigsten Lösung, hat aber einen Haken, der gern übersehen wird: Windows Server und die zugehörigen Zugriffslizenzen (die sogenannten CALs) kosten selbst Geld, und die saubere Lizenzierung will trotzdem geplant sein. In reinen Microsoft-Umgebungen ist Hyper-V oft die naheliegendste Wahl, gerade wenn Active Directory und weitere Microsoft-Dienste im Haus laufen.
Wann VMware trotzdem die richtige Wahl bleibt
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Ehrlich bleiben heißt auch: Nicht jeder muss weg. VMware ist technisch weiterhin ausgereift, und wo eine große, komplexe Umgebung seit Jahren stabil darauf läuft, kann ein Wechsel mehr Aufwand als Ersparnis bedeuten. Auch wenn eine Spezialsoftware ausdrücklich VMware voraussetzt oder ein Rechenzentrumsbetrieb bestimmte Zusatzprodukte zwingend braucht, bleibt man besser dabei. Die neue Preisrealität muss man dann trotzdem einplanen, aber der reine Lizenzpreis ist eben nicht das einzige Kriterium.
Wie wir vorgehen
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Wir verkaufen keinen Hypervisor auf Verdacht, sondern rechnen die konkrete Umgebung durch. Der Weg ist immer derselbe: Erst holen wir das aktuelle VMware-Angebot für die nächsten drei Jahre ein, dann stellen wir die Proxmox- oder Hyper-V-Variante mit allen Nebenkosten daneben. Fällt die Entscheidung für einen Wechsel, migrieren wir die virtuellen Maschinen in Etappen, mit temporärer Rückfalloption und ohne Stillstand im Tagesbetrieb. Wer tiefer verstehen will, was hinter der Virtualisierung steckt, findet das in unserer Leistung Virtualisierung ausführlich erklärt.
Die Kernbotschaft: Die VMware-Verlängerung ist kein Automatismus mehr. Sie ist der beste Anlass, die eigene Virtualisierung einmal ehrlich durchzurechnen. Meistens gibt es eine Lösung, die genauso gut läuft und das Budget spürbar entlastet. Lassen Sie uns Ihre Umgebung anschauen.




