Zum Inhalt springen
WS IT-Systeme_
09445 381 989-0Mo bis Fr · 08:00 bis 17:00 Uhr
FachartikelHardware & LizenzenVirtualisierung

Proxmox statt VMware: Lohnt der Umstieg?

Martin

Netzwerk & Infrastruktur

4 Min. Lesezeit

Techniker baut ein Gerät in einen Serverschrank ein und zieht die Schrauben mit dem Schraubendreher an.

Ein Hypervisor ist eine Software, auf der mehrere virtuelle Server sauber getrennt auf einer physischen Maschine laufen. Jahrelang war die Antwort auf die Frage nach dem richtigen Hypervisor für viele Betriebe schlicht VMware. Seit Broadcom Ende 2023 VMware übernommen hat, ist diese Selbstverständlichkeit vorbei: Die Lizenzkosten sind für kleine und mittlere Umgebungen teils unbezahlbar geworden, und plötzlich lohnt sich der Blick auf die Alternativen. Dieser Beitrag ordnet ein, wann sich Proxmox statt VMware rechnet, wann Hyper-V genügt und wann VMware trotzdem bleiben sollte.

Aus der Praxis

> Unsere Faustregel bei anstehender VMware-Verlängerung: erst den Preis für drei Jahre einholen, dann Proxmox gegenrechnen. Bei kleinen Umgebungen kippt die Rechnung fast immer Richtung Wechsel.

Passende LeistungHardware, Software & Lizenzen →

Was Broadcom an VMware geändert hat

+

Die Übernahme im November 2023 hat das Lizenzmodell auf den Kopf gestellt. Drei Punkte treffen kleine Umgebungen besonders hart:

  • Kein Kauf mehr, nur noch Abo. Die früher üblichen Dauerlizenzen gibt es nicht mehr, es zählt nur noch das laufende Abonnement. Wer aufhört zu zahlen, verliert das Nutzungsrecht.
  • Mindestabnahme statt Bedarf. Schon seit der Abo-Umstellung gilt ein Minimum von 16 Kernen pro CPU, seit dem 10. April 2025 muss zudem jede Bestellung mindestens 72 Kerne umfassen. Ein kleiner Betrieb mit zwei Hosts zu je 8 oder 16 Kernen zahlt also für Kerne, die er gar nicht hat.
  • Einstiegspakete gestrichen. Das beliebte Bundle für Umgebungen mit drei bis sechs Servern wurde ersatzlos eingestellt. Genau die Größe, in der die meisten Rathäuser und Mittelständler unterwegs sind.

Unterm Strich berichten Marktbeobachter je nach Konfiguration von Preissprüngen zwischen 150 Prozent und weit über 1.000 Prozent, dazu ein Aufschlag von rund 20 Prozent, wenn man den Verlängerungstermin verpasst. Kein Wunder, dass laut Branchenumfragen inzwischen weit über 70 Prozent der IT-Verantwortlichen aktiv nach Alternativen suchen. Wer die Zahlen im größeren Zusammenhang sehen will: Auch bei der Hardware treibt gerade der KI-Boom die Preise hoch, die Kostenseite der IT ist insgesamt stark in Bewegung.

Für einen typischen Betrieb mit zwei, drei Servern ist die neue VMware-Rechnung oft teurer als die Hardware, auf der sie läuft.

Proxmox statt VMware: die oft lizenzkostenfreie Alternative

+

Proxmox VE ist eine quelloffene Virtualisierungslösung aus Österreich. Der entscheidende Unterschied: Die Software selbst kostet keine Lizenzgebühr. Man darf sie ohne Kaufvertrag herunterladen und produktiv betreiben. Optional gibt es ein bezahlbares Support-Abo pro Prozessor, das Zugriff auf die besonders stabilen Update-Quellen und den Hersteller-Support bringt. Für einen kleinen Betrieb liegt das in einer Größenordnung, die eher an einen Wartungsvertrag als an eine VMware-Rechnung erinnert.

Technisch ist Proxmox erwachsen geworden. Es beherrscht das, worauf es im Alltag ankommt: Cluster aus mehreren Hosts, Hochverfügbarkeit, Snapshots, Backups und eine aufgeräumte Weboberfläche. In den meisten Umgebungen zwischen Eichstätt, Ingolstadt und Kelheim, die wir betreuen, deckt es den Bedarf vollständig ab. Nicht ohne Grund verzeichnen die Anbieter seit der Broadcom-Übernahme einen deutlichen Zuwachs an neuen Proxmox-Installationen.

Der ehrliche Haken: Proxmox verwaltet sich anders als VMware, und das riesige Ökosystem an Zusatzwerkzeugen und zertifizierten Speziallösungen rund um VMware gibt es hier nicht in gleicher Breite. Für den laufenden Betrieb ist das selten ein Problem, wichtig ist ein Partner, der die Umgebung sauber aufsetzt und dokumentiert.

Wichtiges Detail: Außer der eingebauten Backup-Funktion und dem hauseigenen Proxmox Backup Server (PBS) kann Veeam ab Version 12.2 ebenfalls Proxmox sichern.

Hyper-V: schon im Windows Server enthalten

+

Die dritte Option kommt von Microsoft. Wer ohnehin Windows Server einsetzt, hat mit Hyper-V bereits einen vollwertigen Hypervisor an Bord, ohne zusätzliche Virtualisierungslizenz. Das klingt nach der günstigsten Lösung, hat aber einen Haken, der gern übersehen wird: Windows Server und die zugehörigen Zugriffslizenzen (die sogenannten CALs) kosten selbst Geld, und die saubere Lizenzierung will trotzdem geplant sein. In reinen Microsoft-Umgebungen ist Hyper-V oft die naheliegendste Wahl, gerade wenn Active Directory und weitere Microsoft-Dienste im Haus laufen.

Wann VMware trotzdem die richtige Wahl bleibt

+

Ehrlich bleiben heißt auch: Nicht jeder muss weg. VMware ist technisch weiterhin ausgereift, und wo eine große, komplexe Umgebung seit Jahren stabil darauf läuft, kann ein Wechsel mehr Aufwand als Ersparnis bedeuten. Auch wenn eine Spezialsoftware ausdrücklich VMware voraussetzt oder ein Rechenzentrumsbetrieb bestimmte Zusatzprodukte zwingend braucht, bleibt man besser dabei. Die neue Preisrealität muss man dann trotzdem einplanen, aber der reine Lizenzpreis ist eben nicht das einzige Kriterium.

Wie wir vorgehen

+

Wir verkaufen keinen Hypervisor auf Verdacht, sondern rechnen die konkrete Umgebung durch. Der Weg ist immer derselbe: Erst holen wir das aktuelle VMware-Angebot für die nächsten drei Jahre ein, dann stellen wir die Proxmox- oder Hyper-V-Variante mit allen Nebenkosten daneben. Fällt die Entscheidung für einen Wechsel, migrieren wir die virtuellen Maschinen in Etappen, mit temporärer Rückfalloption und ohne Stillstand im Tagesbetrieb. Wer tiefer verstehen will, was hinter der Virtualisierung steckt, findet das in unserer Leistung Virtualisierung ausführlich erklärt.

Die Kernbotschaft: Die VMware-Verlängerung ist kein Automatismus mehr. Sie ist der beste Anlass, die eigene Virtualisierung einmal ehrlich durchzurechnen. Meistens gibt es eine Lösung, die genauso gut läuft und das Budget spürbar entlastet. Lassen Sie uns Ihre Umgebung anschauen.

FAQ

Häufige Fragen zum Thema.

Welche VMware-Alternativen gibt es für kleine Unternehmen?+

Für kleine und mittlere Umgebungen kommen vor allem Proxmox VE und Microsoft Hyper-V infrage. Proxmox ist quelloffen und ohne Lizenzgebühr nutzbar, Hyper-V gehört zu Windows Server. Dazu gibt es weitere Plattformen wie XCP-ng, ebenfalls quelloffen, oder Nutanix AHV, das kostenpflichtig und eher für größere Umgebungen interessant ist. Welche passt, entscheiden Betriebssysteme, Spezialsoftware, Backup-Lösung und das Wissen im Haus.

Ist Proxmox auch für Unternehmen geeignet?+

Ja, Proxmox VE ist für den Produktivbetrieb gedacht. Es bringt Cluster, Hochverfügbarkeit, Snapshots und Backup mit, die Software steht unter der Lizenz AGPLv3 und kostet nichts. Für den Betrieb im Unternehmen empfiehlt sich ein Partner, der die Umgebung aufsetzt und dokumentiert, denn das Ökosystem an Zusatzwerkzeugen ist kleiner als bei VMware.

Was kostet der Proxmox-Support?+

Die Software ist frei, bezahlt wird optional ein Support-Abo je belegtem CPU-Sockel und Jahr. Es gibt vier Stufen (Community, Basic, Standard und Premium), die sich bei Support-Umfang und Reaktionszeit unterscheiden. Alle Stufen geben Zugriff auf die stabilen Update-Quellen. Aktuelle Preise nennt der Hersteller, gerechnet wird pro Sockel und nicht pro Kern.

Wie läuft die Migration von VMware zu Proxmox ab?+

Seit Version 8.2 bringt Proxmox einen Import-Assistenten mit, der virtuelle Maschinen direkt von einem ESXi-Host oder vCenter übernimmt. Wir planen den Umzug in Etappen, testen jede Maschine im neuen System und halten bis zur Umschaltung eine Rückfalloption bereit. Wie lange es dauert, hängt von der Größe der Maschinen und der Anbindung ab. Danach werden Backup und Überwachung angepasst.

Reden wir über Hardware & Lizenzen.

Der Beitrag wirft Fragen zu Ihrer Umgebung auf? Kurzer Anruf, ehrliche Einschätzung: Wir hören zu.

WS IT-Systeme_

Erreichbar

IT-Service, auf den Verlass ist. Ihr IT-Partner in der Region Ingolstadt / Pfaffenhofen / Kelheim / Eichstätt.

> Anruf ....... 09445 381 989-0
> Mail ........ infows-it-systeme.de
> Adresse ..... Osterfeldstraße 9
85088 Vohburg a.d. Donau

Ticket erstellen

Was ist passiert?

So geht es am schnellsten: Was funktioniert nicht? Seit wann? Steht eine Fehlermeldung da, am besten wörtlich? Und was haben Sie schon versucht?

Wie dringend ist es?

Wer ist betroffen?

Notfall mit Stillstand? Dann rufen Sie an: 09445 381 989-0. Ihre Angaben gehen nur über Ihr E-Mail-Programm an uns, diese Seite speichert nichts.